Trendthema Minimalismus und Ausmisten – natürlich muss ich da auch meinen Senf dazugeben. Und das nicht nur damit das A in meinem Alphabet besetzt ist. 😄 Nachhaltigkeit und Minimalismus sind für mich sehr eng verbunden. Denn Nachhaltigkeit bedeutet im Grunde genommen, den eigenen Konsum zu hinterfragen. Und bevor man sich damit beschäftigt, was die nachhaltigste Alternative ist, sollte es immer bei der Menge beginnen. Was und wie viel brauche ich wirklich? Und was ist schon da, das ich nutzen kann?

Und hier kommt der Minimalismus ins Spiel. Dabei geht es darum, sich mit dem eigenen Besitz intensiv auseinanderzusetzen und dir genau diese Fragen oben zu stellen. Was und wie viel brauche ich, um glücklich zu sein? Beim Ausmisten geht es zunächst darum, was du von deinem jetzigen Besitz noch brauchst. Langfristig sollte es aber vor allem darum gehen, was du überhaupt noch kaufen und konsumieren möchtest.

Ausmisten verändert dein Mindset

Das Thema Minimalismus und Ausmisten hat bei mir viel verändert. Es hat mich rausgezogen aus dem Strudel, immer mehr zu wollen. Der Drang, ständig Neues kaufen zu wollen, ist fast komplett verschwunden. Und das ganz ohne Verbote, sondern mit Wertschätzung.

Beim Ausmisten (egal nach welcher Methode) geht es immer darum, dich intensiv mit deinem eigenen Besitz auseinander zu setzen. Ich bin ein Fan von dem Teil der Magic Cleaning Methode, bei dem man alles aus einer Kategorie zusammenträgt. Ich bin ganz ehrlich, ich hatte damals einige Momente, in denen ich wirklich schockiert war, wie viel ich besitze.

Genau das ist auch so wichtig: Dir bewusst zu machen, wie reich du eigentlich schon bist. Wie viele großartige Dinge du hast. Meistens muss reduziert werden, um diese erst wertschätzen zu können. Wir brauchen einen Überblick. Du solltest das Gefühl haben, von Lieblingsdingen umgeben zu sein. Dann wirst du nicht mehr oder zumindest weniger das Bedürfnis nach mehr haben.

Buch Das Minimalismus-Projekt

Mache dir bewusst, wie reich du schon bist. Du solltest das Gefühl haben, von Lieblingsdingen umgeben zu sein.

Wie man richtig ausmistet

 
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Du hast bestimmt schon von Magic Cleaning gehört, oder? Ich finde den Trend sehr berechtigt. Wenn du zum ersten Mal intensiv ausmistest, solltest du dir das Buch unbedingt mal zu Gemüte führen. Ich mochte auch die Netflix-Serie sehr gerne, falls du noch mehr Inspiration benötigst oder nicht so gerne liest.

Der Kern der Methode liegt darin, alle Dinge einer Kategorie zusammenzutragen und diese auszumisten. Dabei fragt man sich: Macht mich dieser Gegenstand glücklich? Eine schöne und wichtige Frage, oder? Wenn es dich nicht glücklich macht, sollte es unbedingt nützlich sein.

Sehr hilfreich finde ich auch ihre Reihenfolge des Ausmistens. Man beginnt mit leichten Kategorien wie Kleidung. Emotionale Gegenstände wie Andenken und Fotos kommen erst zum Schluss, wenn man schon Übung im Ausmisten hat.

 

Mari Kondo verspricht, dass man mit ihrer Methode, einmal richtig Ordnung schafft und dann nie wieder ausmisten muss. Nie wieder ist vielleicht etwas übertrieben. Aber das kommt natürlich auch darauf an, wie stark sich dein Mindset während des Prozesses verändert hat (siehe oben) – Wie viel kaufst du und sammelt sich daher wieder an. Außerdem denke ich, dass umso mehr wir uns mit dem Thema Minimalismus beschäftigen, desto weniger brauchen wir. Daher kann es schon sein, dass du irgendwann noch mehr ausmisten möchtest.

Ich möchte dir aber ans Herz legen, nicht alles immer gleich wegzugeben. Einmal musst du den Prozess komplett durchlaufen und viel aus dem Haus schaffen. Nur so wird sich auch in dem Kopf etwas verändern. Aber dann solltest du bei weiteren Ausmist-Schüben hinterfragen, ob du vielleicht nur einem Minimalismus-Ideal hinterher rennst. Belastet dich der Besitz wirklich? Wie viel nutzt du? Kannst du Dinge erstmal einlagern?

Was leider im Buch außer Acht gelassen wird, ist der Aspekt der Nachhaltigkeit. Es geht nur um den Prozess des Ausmistens und nicht um das Danach: Wohin mit dem ganzen Zeug? Alles was im Müll landet, weil du es sonst nicht loswirst, ist Ressourcenverschwendung. Hinterfrage hier ganz genau, ob du es nicht doch noch gebrauchen kannst.

Ausmisten und Nachhaltigkeit

Ausmisten kann zu einem nachhaltigeren Mindset führen. Das sollte jedoch nicht auf Kosten von Ressourcenverschwendung geschehen. Daher sollte dein Ziel sein, möglichst viele Dinge möglichst lange im Kreislauf zu behalten und zwar durch möglichst wenig Downcycling. Du merkst schon, ziemlich viele Möglichst. Denn Perfektionismus brauchen wir hier gar nicht erst anstreben.

Es wird definitiv Dinge geben, die kaputt sind oder keinen Wert mehr haben. Versuche diese zu zweckentfremden. Auch scheinbarer Müll kann noch nützlich sein. Zum Beispiel kannst du kaputte Kleidung zu Abschminkpads nähen oder die Stoffreste zum Nagellack entfernen nutzen.

Kaputtes solltest du möglichst reparieren. Höherwertige Dinge, die du selbst nicht reparieren kannst, kannst du für weniger Geld an Bastler verkaufen. Sie können es vielleicht in Stand setzen oder nutzen die Bauteile weiter.

Für alle gut erhaltenen Gegenstände gibt es drei Möglichkeiten. Du kannst sie verkaufen, spenden/verschenken oder bei dir einlagern.

Ausmisten und Verkaufen

Alle Dinge in deinem Haushalt, die du nicht verwendest, nicht magst, mit denen du dich nicht wohl fühlst, solltest du weitergeben. Wenn sie nur in deinen Schränken versauern, sind die Ressourcen verschwendet. Jemand anderes kann sie vielleicht nutzen.

Online gibt es auch sehr bequeme Möglichkeiten. Bei Rebuy oder Momox kannst du große Mengen an Büchern, DVDs und CDs loswerden. Momox nimmt auch Kleidung. Die Preise sind meist sehr niedrig. Bei wertvollen Exemplaren lohnt sich daher, den Mehraufwand in Kauf zu nehmen und z.B. über Ebay Kleinanzeigen zu verkaufen. Vielleicht lohnt sich auch ein Flohmarkt-Stand. Zusammen mit Freunden ist das gleichzeitig ein lustiges Erlebnis. Meine Verkaufserfolge waren allerdings nicht so prall.

Ausmisten und Spenden

Nicht alles lässt sich gut verkaufen. Manchmal lohnt es sich auch einfach nicht, die Mühe auf sich zu nehmen. Trotzdem können diese Dinge für andere sehr wertvoll sein. Dann solltest du sie unbedingt verschenken oder spenden.

Suche nach Organisationen, die sich wirklich über die Dinge freuen und diese auch wieder loswerden. Denn oft wird auch bei Spenden viel entsorgt. Statt Kleiderspende-Container kannst du deine Kleidung und auch andere Gegenstände z.B. über Ebay Kleinanzeigen verschenken. So melden sich Menschen bei dir, die diese auch gebrauchen können.

Hör dich auch unbedingt erstmal in deinem Bekanntenkreis um. Aber bitte nichts aufschwatzen, du willst ja nicht, dass derjenige bald auch eine große Ausmistaktion machen muss.

 
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Ausmisten und Einlagern

Manchmal ist es nur die Menge an Gegenständen, die dazu führt, dass wir etwas nicht benutzen. Wenn ich den Überblick verliere, nutze ich immer die gleichen Dinge, die schnell griffbereit sind.

In diesem Fall musst du aber nicht zwingend alles weggeben. Du kannst manches auch erstmal einlagern. Das lohnt sich vor allem bei Dingen, die regelmäßig kaputt gehen oder wo du immer mal Abwechslung brauchst z.B. Kleidung oder Deko.

Was dir zu viel ist, lagerst du ein. Plane dann ein, wann du dich diesen Dingen wieder widmest – dann darfst du Shoppen in deinem eigenen Besitz. Du stellst dir eine neue Garderobe zusammen oder dekorierst um – völlig kostenlos und nachhaltig.

Dadurch lernst du deinen Besitz mehr zu schätzen, du behältst den Überblick und bringst Abwechslung rein – all das wird automatisch dazu führen, dass du weniger Neues kaufen willst. Und das ist nachhaltig.

Minimalismus ist mehr als nur Ausmisten

Das Schwerste am Ausmisten ist eigentlich immer das Danach. Wohin damit? Bitte gib nicht auf, sondern nimm dir die Zeit, alles gut unterzubekommen. Vielleicht erinnerst du dich später daran, wenn du wieder mal zu viel Zeugs anhäufen willst.

Oben habe ich beschrieben, wie Minimalismus dein Mindset verändern kann. Du wirst automatisch beginnen, deinen Konsum zu hinterfragen. Dabei sollte es jedoch nicht nur um die Menge gehen. Im nächsten Schritt könntest du auch hinterfragen, WAS du konsumierst. Statt Fast Fashion und aktuellen Trends könntest du lieber zu Fair Fashion oder Secondhand-Teilen greifen. Statt günstiger Massenware könntest du langlebige, zeitlose Klassikern kaufen.. Und das zieht sich durch alle Lebensbereiche. Schwuppdiwupp schon lebst du nachhaltig. 😄

Naja so leicht geht es natürlich nicht, aber ich betrachte Minimalismus gerne ganzheitlich. Es geht nicht nur darum, die eigenen vier Wände auszumisten. Du solltest dein gesamtes Leben entrümpeln. Und dabei wirst du immer wieder auf das Thema Nachhaltigkeit stoßen. Der Schlüssel liegt im Hinterfragen. Und dabei geht es eben nicht um Verzicht, sondern um das, was dich im Kern wirklich glücklich macht. Und Achtung Spoiler: Das sind meistens keine materiellen Dinge. Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, kannst du gerne in diesen Blogartikeln zum Thema Minimalismus weiterlesen.

 
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